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Malteser Weiler bei Bingen

"Oh Gott, die Familie" (2008)

Bericht von Wolfgang Muskau

„Dieses Mal sind die Jungen dran!“ eröffnete Ulla Owtscharenko in ihrer Anmoderation zur 21ten Aufführung der Theatergruppe des Malteser-Hilfsdienstes (MHD) Weiler dem Publikum und landete sofort einen Lacherfolg, als sie unter Anderen auch ihren eigenen Mann, Ortsbürgermeister Erwin Owtscharenko vorstellen durfte, ein Zeichen für den Bekanntheitsgrad des „alten“ Ensembles, bei den interessierten Besuchern wohl bekannt ist. Bevor es richtig los ging, präsentierte sich „Bühnenoma“ Edith Stumm noch in ihrem „beschte Klääd“. Obwohl sie ihre Rolle gelernt hatte, nahm sie dann doch zur Komödie „Oh Gott, die Familie“ von Bernd Gombold in der ersten Reihe Platz. Was folgte, könnte sich täglich, vielleicht nicht ganz so zugespitzt, in der Nachbarschaft abspielen: Ein junges sympathisches Paar Ute und Mark (Kathrin Kumm und Markus Schäfer) möchte heiraten, war aber zu diesem Anlass wegen des ständigen Streits ihrer beiden Eltern auf eine Hütte geflohen. Dummerweise hatten sie jedoch ihre Adresse jeweils einer Person ihres Vertrauens für den Notfall mitgeteilt. So blieb es nicht aus, dass kurz darauf die Elternpaare eintrafen. Zwei Welten prallten aufeinander: Zunächst die eher rustikalen Maiers (Anna Schadt und Thomas Marra) mit Opa (Sven Schaumlöffel), die sich sofort über die von Mark zubereiteten Tortellini „Amore“ und den bereit gestellten Sekt hermachen, obwohl Opa kühles Bier und Wurstsalat lieber wären. Ihm schmeckt dann auch das Gulasch viel besser als der „mit Hackflääsch gefillde Tääch“, Dieses erweist sich aber schnell als Hundefutter, das von den mittlerweile eingetroffenen „Zahnklempners“ Roggenkorn, Utes snobistischen Eltern für ihre „Daisy“ bereit gestellt worden war. Beim gemeinsamen Frühstück der Eltern geht der Tanz ob der äußerst unterschiedlichen Tischgewohnheiten erstmals so richtig los. Danach wird jede Gelegenheit zum Streit ausgekostet. Ob Hochzeitsgarderobe, -essen oder Trauungszeremonie, jedes Thema wird zur verbalen Kriegserklärung. Zwischendurch heizt Hüttenwirtin Klara mit ihren Kontrollen und Reglementierungen die Stimmung zusätzlich an. Das junge Paar wurde dabei zur Nebensache. Dabei stellte sich eine hervorragende personelle Besetzung der Charaktere heraus. Die Rollen schienen den Darstellern auf den Leib geschrieben und es war oft kaum zu erkennen, ob diese sie spielten oder schon auf der Bühne lebten. Besonders die Männer schöpften mögliche Gelegenheiten zu Improvisationen köstlich aus. Ob Gestik oder verbale Einwürfe zwischen den Drehbuchtexten gaben dem Stück zusätzlichen Esprit. Der Ausflug von Vater und Opa Maier in den örtlichen Nachtclub mit seinen turbulenten Folgen und die von den Heiratswilligen angelegten Ablenkungsmanöver und deren mimische Umsetzung trieben dem Auditorium die Lachtränen in die Augen und führten zu manchem Szenenapplaus. In all die Verwirrungen platzen Ute und Mark und stellen sich den Streithähnen als frisch Vermählte vor. Alle Unstimmigkeiten sind verflogen?... Bis zum nächsten Termin, der Taufe! Doch darüber senkt sich der Vorhang - bis zum nächsten mal, darüber sind sich die Besucher einig.

Das Ensemble:

Rollen und ihre Darsteller:

Braut Ute Roggenkorn:    Kathrin Kumm
Bräutigam Mark Maier:    Markus Schäfer
Vater des Bräutigams Fritz Maier:    Thomas Marra
Mutter des Bräutigams Martha Maier:    Anna Schadt
Opa Johann Maier:    Sven Schaumlöffel
Brautmutter Marlene Roggenkorn:    Freia Schmitt
Brautvater Herbert Roggenkorn:    Holger Esser
Hüttenwirtin Klara:    Ursula Harnecker
Pfarrhaushälterin Leonie Heuler:    Julia Wanderer
Einlassmanager Pedro Mascarpone:    Steffen Harnecker
Maske:    Gabi Rauber
Souffleusen:    Iris Grünewald, Hannelore Netolitzky
Technik:    Winfried Diehl, Björn Weihrich, Paul Stumm
Bühnenausstattung:    Antiquitäten Remmet
Bühnenbau:    Das Malteser-Team

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