Navigation
Malteser Weiler bei Bingen

"Castinglust & Rollenfrust" (2016)

Eine Komödie in drei Akten von Hans Schimmel

Bericht von Wolfgang Muskau

Weiler. Eine brillante schauspielerische Leistung bot erneut das Theaterteam des Malteser Hilfsdienstes Weiler in dem Dreiakter „Castinglust und Rollenfrust". Die Spielfreude des Ensembles sprang bald über ins Publikum und wurde mit vielen Lachern und Szenenapplaus belohnt. Man konnte der Meinung sein, das Stück sei speziell für dieses Ensemble geschrieben, so authentisch brachten es die Darsteller auf die Bühne.

Eingangs begrüßten Lea Schieferstein und Robin Enders mit Kamerafrau Birgit Donat in einem gespielten Publikums-Casting die Prominenz des Abends.

Rund ums Geld drehte sich die Handlung, von dem Sozialhilfeempfänger Alfred Moppel (Thomas Marra) und seiner Kumpels Harry Kleinschmitt (Sven Schaumlöffel) und Paul Maier (Holger Esser), wobei Alfred es stets versteht, sich mit geschickten Worten und vorgetäuschten Krankheiten, den „Fallstricken“ von Isolde Wiesenhafner (Anne Hilgert-Walber, neu in der Truppe) vom Sozialamt zu entziehen und daher weiter „Stütze“ bekommt, während seine Leidensgenossen unter permanent massiver Geldnot leiden. Die rettende Idee kommt ihnen, nachdem Paul beim Skandalsender „RTelf“ seine Frau Franziska (Rica Bechmann) mit Lügengeschichten bloßgestellt  und dort einen Hinweis auf die größere Sendung „Rollentausch Extrem, keine Gnade für den Partner“  bekommen hat, bei der 30 000 Euro zu bekommen seien. Es geht lediglich darum, dass die Ehepartner jeweils in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpfen, eine prima Gelegenheit der Ehefrauen Elfriede Moppel (Freia Schmitt), Agathe Kleinschmitt (Annika May) und Franziska sich bei ihren Männern für deren ständige Schikanen zu revanchieren. Diese Aufgabe erscheint zunächst leicht. Es gibt allerdings immer wieder Situationen, in denen die Ehepartner in ihre ursprüngliche Haut zurückfallen. Dies führt letztlich zu Punktabzügen, mit denen  sich der halbseidene Sender, vertreten durch die Moderatorin Isabell Glock (Lea Schieferstein) und Notar Willi von Birkenglück (Robin Enders, ebenfalls zum ersten Mal dabei) vor der vereinbarten Gage drücken wollen. Dazu findet sich in den Verträgen viel Kleingedrucktes, das nur mit Lupe oder Mikroskop gelesen werden kann. Wie schwierig sich die Aufgaben darstellen zeigt sich, als die Männer kochen oder eine Tupper-Party ausrichten müssen. Als der Gastgeber Alfred beim Versuch, das „Plastikggescherr, des aus alle Schränk quillt!“ zu verkaufen, die Deckel zu Sportgeräten umfunktioniert und mit einem gekonnten Wurf die Betreuerin vom Sozialamt Wiesenhafer außer Gefecht setzt, droht die Moderatorin mit schlimmen Folgen. Aber auch bei den Frauen geht nicht alles glatt, was möglicherweise dem kräftigen Genuss von Bier und Schnaps geschuldet ist. So lassen sie sich z.B. im Baumarkt zum Verschließen der Bohrlöcher, die bei der Montage einer Holzdecke entstehen, eine Speismaschine andrehen.

Zum Schluss drehen die neuen TV-Stars allerdings den Spieß um. Dank des Beistandes des „Vereins der RTelf-Geschädigten“ legen sie die Verträge auf ihre Weise aus und kommen nun zu ihrem „verdienten“ Honorar und Alfred zu seinem TV „Plasma 2000“. Einen Haken für die Männer hat die Geschichte allerdings noch: Die Frauen haben durch ihre Rollen ihr Selbstbewusstsein gestärkt und so kommt es letztlich zu einem neuen einvernehmlichen Miteinander der Partner.

Für das gute Aussehen der Akteure sorgten Gabi Rauber und Melanie Müller, als Suffleusen standen ihnen Iris Grünewald und Edith Stumm zur Seite.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE03 3706 0193 3090 4331 63  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PAX