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Malteser Weiler

„Wer krank ist, muss kerngesund sein" (2007)

Seit 20 Jahren begeistert die Theatergruppe des Malteser Hilfsdienstes ihr Publikum. Die Zustimmung spiegelte sich auch in diesem Jahr in der Besucherzahl und im Applaus wider. Mit dem Dreiakter: „Wer krank ist, muss kerngesund sein“, traf das junge Ensemble mit einem aktuellen Thema wieder einmal den Nagel auf den Kopf.Kurzweilig bereits das Vorspiel, in dem Markus Schäfer, im Hinblick auf seine Rolle als Psychopath Manni in Zwangsjacke und Steffen Harnecker ihre Begrüßung eingebaut hatten. Aber auch im Verlauf des Stückes präsentierten sich die Akteure sehr offen in sprachlichem und mimischem Ausdruck, besonders der Debütant Holger Esser alias Chefarzt mit Machogehabe Marc Keller, der sich zunächst über Gebühr pragmatisch gibt, dem weiblichen personal der Klinik sehr negativ gegenüber steht und auf das Wort Hochzeit mit Hautausschlag reagiert. Nachdem der Vorzimmerdrache Ariane Berger (Freia Schmitt) als radebrechende „Gina Mozzarelli“ ihn an seine Jugendsünden erinnert, kommt aber auch er auf den Teppich.Auf dem Weg dorthin musste er sich nach einem Viagra-Attentat durch Putzfrau Olga (Ursula Harnecker) allerdings einer „Trinkkur“ unterziehen, deren akustische Nachwirkungen bei der unkonventionellen „Behandlung“ der Krankenkassenprüferin Gerda Holbrink (Ulla Owtscharenko) durch Professor Karl Albert (Sven Schaumlöffel) äußerst positive Wirkung zeigte: Aus dem Mauerblümchen mit „baumwollbieberne Bumber“, so der Professor, wird eine lebensbejahende Dame. Einen wesentlichen Part an dieser Entwicklung hat die wissbegierige Olga. Ihre Aktenkenntnis ist Voraussetzung der weiblichen Verschwörung gegen Keller, an der auch die Krankenschwestern Lisa und Senta (Kathrin Kumm und Anna Schadt) beteiligt sind.Zusätzlich zu dieser Verwicklung taucht immer wieder „Hypochonder“ Werner Schnitzler (Alexander Ecker) auf. Sein eingebildetes Ticken im Bauch lässt sogar bei Keller Vermutungen zum Verbleib seiner Armbanduhr aufkeimen. Nachdem Professor Albert allerdings Schnitzlers Medikamentenliste erbarmungslos kommentiert und ihm stattdessen eine Frau verschreibt, wird der zahlungskräftige Patient geheilt und Schwester Lisa bekommt ihr „Schnitzelchen“. Gewusst hat das alles schon Manni, der Psychopath mit Durchblick. Einmal taucht er im Arztkittel auf und „behandelt“ den Privatpatienten Schnitzler, dann kleidet er als Modeschöpfer Karl „Lagerfels“ Krankenschwester Senta ein, bevor ihm, dem Kassenpatienten, am Ende als Erzengel Gabriel nur der Flug durch Fenster bleibt – eine überzeugende darstellerische Leistung.

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